Abbau Bischofthum

Bis etwa 1838 gab es — mit Ausnahme des Lübschenhofes — keine Höfe außerhalb des Dorfes. Erst als die Teilung der Höfe nach den um 1838 vollzogenen Erbverschreibungen möglich war, entstanden radial in ca. 2 km Entfernung abseits des Dorfes 6 Höfe, Abbauten oder Abbauen genannt, denn die Erwerber der abseits gelegenen Grundstücke errichteten ihre Hofgebäude in der Nähe ihrer Äcker und Wiesen.

Zusätzlich, in gleicher Entfernung zu Bischofthum wurden mehrere Abbauhöfe gegründet, die zur Gemeinde Baldenburg gehörten. Einige dieser Baldenburger Höfe hatten Grundbesitz in der Bischofthumer Flur. Die Kinder dieser Höfe besuchten die Schule in Kasimirshof.

Die Basis für den Plan von Abbau Bischofthum war das Messtischblatt von 1939, das anhand des Satellitenfotos durch den Kalksee ergänzt wurde. Dieser See entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beim Abbau von Kalk.

Erklärung zum Begriff Abbau: So wurden Gehöfte genannt, die außerhalb von Ortschaften lagen. […] Zu bemerken wäre noch, dass diese Gehöfte keinen Stromanschluss hatten. Als Beleuchtung dienten Petroleumlampen und Stalllaternen. Geräte, wie Häckselmaschine und noch verschiedene andere wurden mit Rosswerk oder per Hand mit Kurbel betrieben. Die Dreschmaschine nach Anschaffung eines Dieselmotors über Schwungscheibe mit Antriebsriemen.

Gerhard Klatt Ich musste es einfach aufschreiben!, 2005, Seiten 45 ff.

Abbau hat die Bedeutung von Zerlegung, Zerstückelung, Zerteilung; und meint ein abseits der Ortschaft liegendes Anwesen, ein Einzelgehöft, das zu einer größeren Siedlung gehört; in Bischofthum überwiegend Teilung eines Gehöftes in einen im Dorfe und einen außerhalb liegenden Hof.