Ihre Herkunft

Im Allgemeinen holten die Gründer von Orten (z.B. Fürsten, belehnte Adlige oder beauftragte Lokatoren) Siedler aus ihrer eigenen Heimat. Bischof Hermann von Gleichen förderte die Einwanderung deutscher Siedler nach Pommern und insbesondere ins Gebiet seines Stiftes. Dessen Nachfolger, der Bischof Friedrich von Eickstedt (1329-1343), kaufte im Jahr 1339 das Land Bublitz von den ansässigen Adelsgeschlechtern Wedel (auch Wedell), Spening und Sanitz und verlieh dem Flecken Bublitz 1340 das lübische Stadtrecht.

Die Besitzungen des Domkapitels von Cammin bestanden bis 1308 größtenteils aus Siedlungen mit slawischem Recht.

Heimatkreis Deutsch-Krone Geschichte des Kroner Landes (nur noch im Webarchiv verfügbar)

Mit 500 Hufen Ödland südlich von Bublitz belehnte Bischof Friedrich von Eickstedt 1342 die Gebrüder Paul und Vicko Bartuszewitz mit dem Ziel, dieses fast menschenleere Gebiet zu besiedeln:

Eberhard Sauer, Seite 97

Die Gründung Bischofthums fand also 1342 oder kurz danach statt und wird noch vor der großen Pestepidemie im Jahre 1351 abgeschlossen gewesen sein. Denn die Folge der Epidemie war ein erheblicher Bevölkerungsrückgang, sodass die Einwanderung für lange Zeit zum Stillstand kam.

Der Name des Ortes zeigt den Bischof als seinen Eigentümer an, vielleicht ist der Name auch als Ehrung zum Tod von Bischof Friedrich von Eickstedt gedacht, der am 6. Dezember 1343 starb.

Die Siedlungsaktivitäten in südlichen Teil des Landes Bublitz haben also nach 1342 eingesetzt, Bischofthum kann daher frühestens unter Bischof Friedrich von Eickstedt (1329-1343) angelegt worden sein, vielleicht auch erst unter Bischof Johann I. von Sachsen-Lauenburg (1344-1372). Wegen der Grenzstreitigkeiten und zur Sicherung des Anspruches haben die Bischöfe nach dem Erwerb des Landes Bublitz wohl nicht viel Zeit verstreichen lassen, um ihren Anspruch zu verdeutlichen. Allein der Name Bischofthum — Eigentum des Bischofs — spricht für eine umgehende Gründung des Ortes, wie auch die zwischen dem Bischof von Cammin, Johannes I. von Sachsen-Lauenburg, und dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Heinrich Dusemer von Arf(f)berg, 1350 vereinbarte Grenzziehung.

Woher kamen nun die Siedler? Fritz Tita (Fritz Tita: Die Bublitzer Mundart, Königsberg Dissertation 1921) vermutet die Ursprungsregionen der Siedler nach Sprach-Vergleichen in Niedersachsen, Westfalen und vielleicht Niederfranken. Dagegen weist Rudolf Benl in Deutsche Geschichte im Osten Europas — Pommern, H. Buchholz, Herausgeber, Siedler Verlag, darauf hin, dass die Besiedlung infolge eines beträchtlichen Bevölkerungsüberschusses überwiegend von Deutschen getragen werden konnte, die bereits von im Lande heimisch gewordenen Siedlern abstammten.

Pommersche Landsmannschaft Geschichte Pommerns (nur noch im Webarchiv verfügbar)

Emil Goehrtz zeigt mögliche Reiserouten der Siedler über Land auf.

Die geschichtlichen Vorgänge und die früheren Verkehrsverhältnisse dieser Gegend machen die Einwanderung aus Mitteldeutschland erklärlich. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde den Herren des Templerordens von polnischen Fürsten das Gebiet um den oberen Dragefluß und zwischen dem Dratzig- und Pilburger See überwiesen. Sie stellten es bald darauf unter den Schutz der Askanier, zumal ihre Hauptgüter in der Mark lagen, und erhielten das Recht, Kolonisten nach deutschem Recht anzusiedeln. Sie verfolgten hierbei die Absicht, aus den Liegenschaften eine möglichst hohe Rente herauszuwirtschaften, um ihre sonstigen Ordensunternehmungen finanzieren zu können, und brauchten daher deutsche Bauern. Gerade in dieser Zeit zogen Hilfsvölker und in ihrem Gefolge deutsche Bauern nach dem neu erstandenen Staat des deutschen Ritterordens, nach Preußen. Die große Heeresstraße, die sogenannte Markgrafenstraße, führte von der Mark über Landsberg-Arnswalde an Falkenburg und TempeIburg vorbei auf Schlochau zu, dem westlichen Komtursitz des Deutschen Ordens, von wo ab die Reisenden unter seinem Schutze standen. Die Askanier unterstützten die Besiedlung auf das kräftigste und legten ihrerseits die Städte Dramburg (1297) und Deutsch-Krone (1303) nach deutschem Recht an. Zugleich erhob das Geschlecht von Wedel, Märkisch-Friedland (1304); Falkenburg (1312) und Tütz (1331) zu Städten deutschen Rechts. In dieser Zeit fand also eine von der Mark Brandenburg ausgehende kolonisatorische Betätigung des Templerordens, der Fürsten und des Adels statt.

Emil Goehrtz

So können die ersten, unter Bischof Friedrich von Eickstedt ins Land geholten Bischofthumer Kolonisten aus der Gegend um den Stammsitz derer von Eickstedt gekommen sein, das war Eichstedt bei Stendal in der Altmark.

Wahrscheinlicher ist, dass die Gebrüder Bartuszewitz Siedler aus ihrer Heimat nach Bischofthum brachten. Die Familie Bartuszewitz war wendischer Abstammung und kam aus der Gegend südwestlich von Köslin, das zum Bistum Cammin gehörte. Später nahm ein Zweig der Sippe den Namen ihres Stammsitzes an, Bulgrin, ein anderer Zweig den Namen von Glasenapp.

Ritter Barthus (=tus, =tis) der schwarze, genannt von Bulgrin, giebt 1286 mit seiner Ehefrau Ermegardis und seinen Söhnen Andreas, Paulus, Bartholomeus, Pribislaw und Matheus eine Anzahl Hufen und das Kirchlehn zu Bulgrin an die Abtei Bukow, giebt 1287 (mit dem Siegel der zwei Wölfe) aus Cösliner Nonnenkloster Moker und eine Haide bei Nassow sammt Wiesen an der Radüe, erscheint zuletzt 1288; seine Söhne, Enkel und Urenkel nennen sich theils Bartuswitz, theils wie die spätern von Bulgrin. Von den Söhnen sind Andreas, Paulus (im Siegel Herr) und Matheus 1309 als Besitzer von Repkow und Wusseken [wozu Kleist] Nachbarn von Bukow, 1313 Zeugen zu Cöslin. Herr Paul erscheint noch 1335 mit den Söhnen Johannes oder Henning und Bartus und den Enkeln vom ersten Paul, Ulrich und Vicko. Von diesen werden Paul und Vicko 1342 mit dem 500 Hufen enthaltenden öden Theil des Landes Bublitz von der Stadt bis über das spätere Baldenburg hinaus belehnt.

Familie von Kleist Genealogie und Geschichte der Kleist, S. 252

Einige dieser Kolonisten waren Nachfahren von wendischen Pomoranen, der andere Teil stammte vermutlich von deutschen Siedlern ab, die Bischof Hermann von Gleichen ins Land geholt hatte.

Damit wurde die in nordöstlicher Richtung an der Küste entlang führende, schrittweise Besiedlung Pommerns um eine südöstlich, ins Landesinnere gerichtete ergänzt.

In Bischofthum wurde die Bublitzer Mundart gesprochen, eine Abwandlung der westhinterpommerschen Küstenmundart. Dies kann ein weiterer Hinweis auf die Binnenkolonisation innerhalb der Besitzungen des Domkapitels von Cammin sein.

Auch Ernst Moritz Arndt nimmt eine Binnenkolonisation an und unterstellt, dass die Siedler Leibeigene von Edelleuten waren.

Die gewönliche Art der Landesbesetzung, wie man sie sehr sicher und zuversichtlich annimt, ist ungefähr diese: Edelleute, nichts als Edelleute bringen die Menge ihrer leibeigenen Knechte mit ins Land, mit Weibern und Kindern. Diese, die ihnen mit Habe und Gut gehören, setzen sie auf die … noch urbar zu machenden Sümpfe, Haiden und Wälder.

Ernst Moritz Arndt

Die Bischofthumer Siedler waren also sehr wahrscheinlich Binnenkolonisten, Untertanen der Gebrüder Bartuszewitz, den Lehnsnehmern des Camminer Bischofs, und teils wendischer, teils deutscher Abstammung, wie auch deren Namen vermuten lassen. Denn in der ersten überlieferten Liste der Einwohner tauchen die Namen Bansemer, Daley, Gloßhag (Glashagen), Kokenbecker (Kockenbecker, Kaukenbecker) und Koseschke auf. Daley und Koseschke sind slawische Namen, Bansemer ist umstritten, die übrigen Namen sind niederdeutschen Ursprungs.