16. Jahrhundert

Im Zuge der Reformation verlor das Bistum Cammin seine kirchenleitenden Funktionen und das weltliche Herrschaftsgebiet der Camminer Bischöfe, das Hochstift Cammin, kam 1556 durch die Wahl des 14-jährigen Herzogs Friedrich in den Besitz des Greifenhauses, bei dem es bis zum Tod des letzten Herzogs verblieb.

Während die Lage der Bauern seit dem 15. Jahrhundert in den meisten deutschen Ländern weit schlimmer wurde, als sie im Mittelalter gewesen, stellte Friedrich Engels (1820-1895) fest, dass die Abgabenleistungen der deutschen Bauern an die Grundherren in Pommern relativ gering geblieben waren. Die Lage der Bauern sei hier besser gewesen als in anderen Gebieten Deutschlands. Deshalb blieben sie ruhig als 1525 die Bauernkriege ausbrachen. Allerdings wurden sie beim Verstoß gegen die Auflagen auch hart bestraft.

  • Bogislaw X. beauftragte 1517 Dr. Johannes Bugenhagen mit dem Verfassen einer Landesgeschichte, der Pomerania, die 1518 erschien.

  • Bischof Martin I. Karith erreichte die Aufnahme des Hochstifts in die Reichsmatrikel. Dies war verbunden mit einem Beitrag "für die Romzugshülfe in Truppen zu Roß und zu Fuß und für Unterhaltung des Regiments und des Kammergerichts in Geld" und zwar 9 Truppen zu Ross, 42 Fußtruppen und 60 Gulden.

    1519 wurde der dem Herzog Bogislaw X treu ergebene Erasmus von Manteuffel zum Koadjutor bestellt und trat, nachdem Bischof Carith 1521 verstorben war, 1522 dessen Nachfolge an.

  • Das 1478 von Herzog Bogislaw X zu einem Land vereinte Pommern wurde 1532 wieder aufgeteilt — in das Herzogtum Wolgast (Philipp I.) und das Herzogtum Stettin (Barnim XI.).

    Das Bistum Cammin teilten sich die Herzöge Barnim IX. und Philipp I.

    BKGE

    Barnim IX. (* 2. Dezember 1501; † 2. November 1573 in Stettin) war Herzog von Pommern-Stettin
    Philipp I. (* 14. Juli 1515 in Stettin; † 14. Februar 1560 in Wolgast) war Herzog von Pommern-Wolgast
  • 1534 beschloss der Landtag zu Treptow auf Veranlassung der pommerschen Herzöge Barnim IX. und Philipp I. unter maßgeblichem Einfluss des pommerschen Pfarrers Johannes Bugenhagen die Einführung der lutherischen Lehre in Pommern. Der aus Treptow an der Rega stammende Bugenhagen wurde als Doctor Pomeranus neben Luther und Melanchthon einer der bekanntesten Reformatoren.

    Auf dem Landtage zu Treptow war auch beschlossen worden, die Klöster Pommerns aufzuheben und die reichen Klostergüter in herzogliche Kammergüter (Domänen) zu verwandeln.

    Familie von Kleist Muttrin-Damensche Linie, S. 13
    Google Books Landtag zu Treptow, 1534

    Mit der Reformation wurde am pommerschen Hof die hochdeutsche Sprache eingeführt.

    Katarina Berger Erzählungen und Erzählstoffe in Pommern 1840 bis 1938

  • Nach dem Tod des letzten vorreformatorischen Bischofs Erasmus von Manteuffel-Arnhausen im Jahre 1544 kam es zwischen den Herzögen zum Streit um die Neubesetzung der Bischofsstelle. Schließlich einigten sie sich auf Johannes Bugenhagen, der zunächst hohe Forderungen stellte, schließlich aber absagte, obwohl er bereits gewählt worden war.

  • Am 4. Mai 1545 wurde der Stettiner Kanzler Bartholomäus Suawe erster evangelischer Bischof unter der Hoheit der pommerschen Herzöge. Am 1. August 1549 legte er sein Amt nieder.

  • Nach dem Rücktritt Suawes wurde Martin Weiher (auch: Martin von Weiher, * 1512, † 1556), ein lutherischer Theologe, 1549 zum neuen Bischof gewählt. Martin Weiher ließ sich sein Bischofsamt von Papst Julius II. bestätigen. Weiher betonte immer wieder die Gültigkeit der von Johannes Bugenhagen verfassten und auf dem Landtag zu Treptow 1534 verabschiedeten Pommerschen Kirchenordnung.

  • 1556 wurde der 14-jährige Herzog Johann Friedrich (* 27. August 1542 in Wolgast; † 9. Februar 1600 ebenda) zum Bischof gewählt und trat sein Amt 1557 an, damit war der erste weltliche Bischof von Cammin.

    Johann Friedrich gehörte zu den bedeutendsten Herzögen des Greifengeschlechtes.

     
  • Das Bistum Cammin übernahm die Regelungen des Landtags zu Treptow, nämlich die Einführung der lutherischen Lehre und die Aufhebung der Klöster sowie Umwandlung der Klostergüter in herzogliche Kammergüter (Domänen), d.h., das Bistum Cammin wurde säkularisiert. Ganz Pommern war nun ein lutherisches Land im Deutschen Reich.

    Unter dem Herzog Johann Friedrich führten die Vogte oder Hauptleute den Namen Amtshauptmann. Sie verwalteten die Güter und Einnahmen der Domänen und sprachen den Untertanen Recht.

  • Das Bistum Kammin war 1566 eine Sekundogenitur der pommerschen Herzöge aus dem evangelischen Greifenhaus, was allerdings einer weiteren Landesteilung gleichkam.

    Auf dem Landtage zu Treptow kam eine ordentliche, allgemein in ganz Pommern geltende Hofgerichtsordnung zu Stande.

    Ernst Moritz Arndt

  • Im Erbvertrag von Jasenitz wurde 1569 vereinbart, dass der jüngste Bruder Johann Friedrichs, Kasimir VI. [IX.] (* 22. März 1557; † 10. Mai 1605) das Bistum übernehmen sollte. Dieser wurde 1574 im Alter von 17 Jahren durch Johann Friedrich als neuer Bischof bestätigt. Kasimir VI. regierte bis 1602 das Bistum.

    Die Zählung als Kasimir VI. ergibt sich, wenn man nur die Angehörigen des Greifenhauses zählt, die das Mannesalter erreicht haben. Zählt man hingegen auch die als Kind Verstorbenen mit, so ergibt sich die Zählung als Kasimir IX., die in der älteren Literatur üblich war.