Ihr Gesinde

Als Gesinde wird die Gesamtheit der Knechte und Mägde bezeichnet. Der Ursprung des Begriffes liegt in althochdeutsch gisind Gefolgsmann, d. h. im eigentlichen Sinne derjenige, der den gleichen Weg hat.

Nur vereinzelt werden in den Grundakten zu Bischofthum Knechte erwähnt, nämlich dann, wenn sie bei ihrem brüderlichen Hoferben als Hilfskraft tätig waren.

Die Rechte und Pflichten des Gesindes waren in speziellen Gesindeordnungen geregelt, so z.B. 1794 im Allgemeinen Preußischen Landrecht, und in einer Neufassung von 1810. 1846 wurde dem Gesinde vorgeschrieben, mit Erreichen des 16. Lebensjahres ein Gesindedienstbuch (Arbeitsbuch) zu führen. 1854 verschärfte das Gesetz die Strafvorschriften bei Vertragsbruch des Gesindes. 1900 milderte das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) einige Bestimmungen der Gesindeordnung. 1918 wurden alle Gesindeordnungen in Deutschland aufgehoben.