20. Jahrhundert

Die einschneidensten Ereignisse des 20. Jahrhunderts waren die beiden Weltkriege, am Ende des zweiten endete auch die deutsche Geschichte von Bischofthum und der Ort heißt seitdem Biskupice.

  • Im Ersten Weltkrieg blieb das Dorf Bischofthum wie auch Pommern insgesamt von Verwüstungen verschont.
  • Bischofthum wurde am 26.02.1945 von der sowjetischen Armee besetzt.
  • Vom 02.08.1945 bis 1990 standen die östlich der Oder gelegenen Teile Pommerns unter Polnischer Verwaltung.
  • Am 14.11.1990 erfolgte die Bestätigung der Westgrenze Polens durch die Bundesrepublik Deutschland, seitdem gehört Hinterpommern völkerrechtlich zu Polen.

Die Einwohnerzahl von Bischofthum stieg bis 1925 stetig an (312), nahm jedoch danach beständig ab.

Von ehemals 36 Grundstücken in Bischofthum waren nach Kriegsende nur noch 18 bewohnbar, der Rest war oder wurde zerstört. Zum Teil wurden die massiven Stallgebäude zu Wohnungen umgewidmet. Die deutschen Bewohner waren 1946 vertrieben und durch polnische Siedler ersetzt.

Zum Ende der 80er Jahre brach im Rahmen der sozio-politischen Veränderungen in Polen die LPG zusammen, die die landwirtschaftlichen Flächen von Bischofthum (Biskupice) bestellt hatte.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Biskupice um 1999 der Gemeinde Baldenburg angegliedert.

  • Von 1903 bis 1913 war Otto Horn Gemeindevorsteher in Bischofthum, er wurde am 30. Juni 1854 in Bischofthum geboren und starb dort am 26. Februar 1935. Von Beruf war er Viehkastrierer. Er übernahm am 4. April 1884 den Hof Nr. 1 in Bischofthum.

    Amtsgericht Bublitz I/80_1903+02+07

    Rudolf Ernst Wilhelm von Versen (* 16. März 1829 in Krampe, Kreis Fürstenthum; † 17. September 1894 in Bublitz), war ein deutscher Rittergutsbesitzer und Verwaltungsbeamter, seit 04.02.1887 Landrat im Kreis Bublitz.

  • Im Regierungsbezirk Köslin wurden am 01.12.1905 die Gemeinden tabellarisch erfasst und ihre Größe und Einwohnerzahl festgehalten. Bei 37 Wohnungen hatte Bischofthum 262 Einwohner. In den Gemeindeeinheiten des Kreises Bublitz von 1905 ist der Gesamtflächeninhalt von Bischofthum mit 1.181,5 ha erfasst, davon wurden 732,5 ha landwirtschaftlich genutzt. Dagegen wurde um 1408 die Gemarkung Bischofthum mit einer Größe von 1.008,612 ha angegeben, wovon 1719 nur etwa 226 ha von den 16 Bauern genutzt wurden.

    Gemeindeeinheiten 1905
    Pommern 1905
  • Am 01.12.1910 hatte Bischofthum noch 261 Einwohner.

    Gemeindeverzeichnis Kreis Bublitz

  • Hermann Albert Lünser wurde am 28. Oktober in Sassenburg geboren und starb im Februar 1945 in Bischofthum. Er war seit dem 26. März 1913 Bauer auf dem Schulzenhof in Bischofthum. Auf dieser Tatsache gründet die Annahme, dass er von 1913 bis 1923 Gemeindevorsteher war.

    Die pommerschen Kreise Ende 1913
  • Im Ersten Weltkrieg blieben Pommern insgesamt wie auch das Dorf Bischofthum von Verwüstungen verschont, leisteten jedoch einen hohen Blutzoll.

    Die Gefallenen aus Bischofthum sind:

    Max Lünser
    06.09.14
    Gustav Pech
    10.04.17
    Hermann Remter
    20.11.14
    Paul Roeske
    05.04.17
    Franz Giese
    02.12.14
    H. Kuchenbecker
    09.10.17
    Max Schacht
    30.10.15
    August Dahlke
    01.06.18
    Joh. Engfer
    20.07.16
    Emil Schwanke
    21.07.18
    Otto Kuchenbecker
    25.09.16
    Karl Redlin
    vermisst
  • Die aus einer Meuterei von Soldaten entstandene Revolution führte am 9. November 1918 zur Ausrufung der Republik durch den SPD-Politiker Philipp Scheidemann und wenig später zur Abdankung Kaiser Wilhelms II. und aller anderen Bundesfürsten. Der Freistaat Preußen ging im Zuge der Novemberrevolution von 1918 aus der preußischen Monarchie hervor.

  • Freistaat Preußen 1919

    Bischofthum lag nun im Deutschen Reich, Freistaat Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Cöslin (Köslin), Kreis Bublitz.

    Mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages am 28. Juni 1919 wurde die Bildung eines Korridors beschlossen, der geographisch gesehen das Deutsche Reichzerschnitt. Den Korridor bildeten Teile der Provinz Westpreußen (Bestehen 1773–1829 und 1878–1919) und der Provinz Posen (Bestehen 1815–1920). Die Übernahme der Gebiete durch Polen fand mit Inkrafttreten des Vertrags am 20. Januar 1920 statt.

     

    Am 20.11.1919 wurden die Reste der Provinzen Posen und Westpreußens (westlich der Warthe) zum Verwaltungsbezirk Westpreußen-Posen zusammengefasst.

    Den Verwaltungsbezirk bildete man am 01.07.1922 um in die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, die von 1922 bis 1938 bestand und an das Gemeindeareal von Bischofthum grenzte.

    Von 1919 bis 1925 war Reichspräsident Friedrich Ebert Staatsoberhaupt (* 4. Februar 1871 in Heidelberg; † 28. Februar 1925 in Berlin)

    Landrat im Kreis Bublitz war Dr. Rudolf Mallmann, Regierungsrat 1919 kommissarisch und 2. 1921 endgültig.

     

    Die Straße durch die hügelige Landschaft von Kasimirshof nach Bischofthum wurde 1919–20 in Handarbeit als Schotterstraße neu gebaut. Für die Transportarbeiten verwendete man schon Kipploren auf Gleisen. Die Gefällestrecken wurden durch eine Schlucht im Juliusberg und einen Damm mit Böschungen in der Niederung eingeebnet.

    An den Küddow-Brücken war das Datum 1919 eingelassen. Auf einer Straßenseite befand sich der Sommerweg, zur Schonung der Pferdebeine gedacht.

     
  • Die preußische Verfassung vom 30. November 1920 auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage löste die monarchistische Verfassung von 1848/50 ab.

  • Otto Braun war von 1920 bis 1932 preußischer Ministerpräsident. Mit der Zentrumspartei und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bildete er eine stabile Regierung, die – mit kurzen Unterbrechungen – bis 1932 im Amt war.

    Durch die lange Regierungskontinuität gelang es Braun, das Staats- und Schulwesen zu reformieren. In seiner Regierungszeit galt Preußen als eine der zuverlässigsten Stützen der Weimarer Republik.

     
  • Von 1923 bis 1929 Hermann Giese Gemeindevorsteher von Bischofthum. Er wurde am 6. März 1888 in Bischofthum geboren, war dort Bauernhofbesitzer (62 ha) und starb am 11. Januar 1976.

  • Bischofthum hatte 257 Einwohner.

    Michael Rademacher Deutsche Verwaltungsgeschichte (nur noch im Webarchiv verfügbar)

    Nach Gunthard Stübs standen 1925 an allen Wohnplätzen (Dorf, Abbau und Lübschenhof) zusammen 32 Wohnhäuser mit insgesamt 47 Haushaltungen und 282 Einwohnern, das sind im Durchschnitt 6 Personen je Haushalt.

    Gunthard Stübs

    Staatsoberhaupt war von 1925 bis 1933 Reichspräsident Paul von Hindenburg, * 2. Oktober 1847 in Posen; † 2. August 1934 auf Gut Neudeck, Ostpreußen.

    Wikipedia Paul von Hindenburg

  • 1929 erfolgte eine durchgreifende Reform der Gemeindestruktur, bei der die kommunalrechtlich selbstständigen Gutsbezirke aufgehoben wurden. Bischofthum war nicht betroffen, denn selbständige Gutbezirke hatte dieser Ort nicht.

    Von 1929 bis 1934 war Wilhelm Minther Bürgermeister in Bischofthum. Wilhelm Minther wurde am 03.12.1869 geboren und starb 1945 in Bischofthum.

    Von 1929 bis 1932 war Dr. jur. Walter Braun aus Stettin (* 2. Juni 1884 in Ratibor; † 14. Juni 1933 in Belgard) Landrat im Kreis Bublitz.

  • Mit dem Preußenschlag (auch als Staatsstreich in Preußen bezeichnet) wurde am 20. Juli 1932 die geschäftsführende, aber nicht mehr von einer parlamentarischen Mehrheit gestützte Regierung des Freistaates Preußen unter Ministerpräsident Otto Braun durch einen Reichskommissar ersetzt.

    Aufgrund der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 wurden um 1. Oktober der Kreis Bublitz und der Landkreis Köslin zum neuen Landkreis Köslin zusammengeschlossen und die Landgemeinde Bischofthum in den Kreis Neustettin eingegliedert.

    Bischofthum gehörte nun zum Deutschen Reich, Freistaat Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Cöslin, (Land-)Kreis Neustettin.

    Eine Karte zum Kreis Neustettin ist einzusehen bei: Hinterpommern Gemeinden im Kreis Neustettin.

    Das abgebildete Dokument ist ein Auszug aus dem Gesetz vom 3. August 1932 über die Neugliederung von Landkreisen.

    Ernst Kraaz, Regierungsrat war seit 1921 kommissarisch, seit März 1922 endgültig Landrat im Kreis Neustettin.

  • Am 15. Dezember 1933 wurden das Preußische Gemeindeverfassungsgesetz und das Preußische Gemeindefinanzgesetz erlassen. Das Preußische Gemeindeverfassungsgesetz vereinheitlichte – bis ein Reichsgesetz demnächst eine grundlegende Reform der Gemeindeverfassung für das ganze Reich durchführt – das bisher zersplitterte preußische Kommunalrecht nach nationalsozialistischen Grundsätzen.

    Am 30. Januar 1933 kam der Führer Adolf Hitler an die Macht und im März 1933 erlangte die NSDAP durch Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes die Ausschaltung des Reichstags.

    Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn (Oberösterreich) geboren und starb durch Suizid am 30. April 1945 in Berlin.

    Wikipedia Adolf Hitler

    Bischofthum hatte 255 Einwohner.

    Michael Rademacher Deutsche Verwaltungsgeschichte (nur noch im Webarchiv verfügbar)

  • August Wurch wurde am 3. August 1895 in Bischofthum geboren und starb am 20. Mai 1979 in Bad Segeberg. Er war Bauer seit 1926 und von 1934 bis 1945 Bürgermeister in Bischofthum.

    Dr. Heinrich Braasch (* 3. Oktober 1902 in Bogenthin bei Kolberg; † 29. September 1941 in Kart Kassak) war von 1935 bis 1940 Landrat im Kreis Neustettin.

  • Vereinigung der preußischen Ministerien – ausgenommen bleibt nur das Finanzministerium – mit den Reichsministerien.

    Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 ersetzte das bis dahin in Preußen gültige Gemeindeverfassungsgesetz und beseitigte die städtische Selbstverwaltung auch in Pommern.

  • 01. 10. 1938, Bildung des neuen Regierungsbezirks in der preußischen Provinz Pommern. Um die Tradition der aufgelösten Provinz zu wahren, wurde ihm die Bezeichnung Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen beigelegt. Sitz des Regierungspräsidenten war Schneidemühl.

    Der Kreis Neustettin mit dem Dorf Bischofthum wurde dem neu gebildeten Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen zugeordnet: Deutsches Reich, Hinterpommern, Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen, Kreis Neustettin.

    Hinterpommern Verwaltung

    Dr. Rolf Peter (* 9.3.1910 in Bielefeld, ⚔ 6. 1944 als Frontflieger) war seit Juli 1941 Landrat des Kreises Neustettin.

  • Hinterpommern Kreise 1939

    Bischofthum hatte 228 Einwohner.

    Michael Rademacher Deutsche Verwaltungsgeschichte (nur noch im Webarchiv verfügbar)

    Die Grenzen des Bischofthumer Areals im Messtischblatt von 1939 umschließen, wie in der Liste der Gemeindeeinheiten 1905 angegeben, wohl ebenfalls die Fläche von
    1.181,5 ha.
    Landwirtschaftlich genutzt wurden 62 %, das sind
    732,5 ha.
    1945 waren dort 29 Bauern ansässig, deren durchschnittliche Hofgröße betrug somit
    25,26 ha.

    Die Bodennutzung der Gemeinde Bischofthum wurde wie folgt veranschlagt:

    • Landwirtschaftliche Nutzung 62 %, davon Ackerland 85 % (mit Roggen 35 %, Hafer 16 %, Gerste 3 %, Weizen 2 %; mit Kartoffeln 18 %, Hackfrüchten 15 %) und Dauergrünland 15 % (mit Klee, Kleegras und Luzerne 7 %) Forstwirtschaftliche Nutzung 22 %, Moor und sonstige Flächen 16 %.
  • Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Hitler begang am 30.04.1945 Selbstmord. Die deutsche Wehrmacht kapitulierte am 07./08.05.1945 bedingungslos.

    Bundeszentrale für politische Bildung

    Der Krieg kostete in sechs Jahren knapp 60 Millionen Menschen das Leben. Am längsten litt Polen unter der brutalen Besatzungspolitik der Nationalsozialisten – eine Tatsache, die das deutsch-polnische Verhältnis auch nach Kriegsende viele Jahrzehnte belastete.

    Pommernwall bei Bischofthum

    An der Straße nach Baldenburg kurz hinter der Einmündung der St. Hubert-Straße (Świętego Huberta) befinden sich noch Reste der Befestigungsanlagen des Pommernwalls.

  • Zu Beginn des Jahres 1945 gab es in Bischofthum 36 bewohnte Grundstücke einschl. der Schule, der Schmiede und dem Gasthof.

    Detlef Gollnick

    Die russische Wehrmacht marschierte am 26.02.1945 in Bischofthum ein.

    In Bischofthum maßte sich der Ortsbauernführer Otto Müller unter Androhung von Strafe und Erschießung an, die rechtzeitige Flucht zu verhindern.

    Gerhard Klatt

    Quelle des Bildes: Preußenweb

    Die Bischofthumer Bevölkerung versuchte am 25.02.1945 vor der Roten Armee nach Westen zu fliehen. Der Flüchtlingstreck wurde bei Treptow an der Rega von der russischen Armee eingeholt und die Flüchtlinge nach Bischofthum zurückgeschickt, wo sie im Mai 1945 eintrafen.

    Die noch bewohnbaren Häuser übernahmen die aus ihrer Heimat vertriebenen Polen. Die neuen Bewohner kamen vermutlich aus Zentralpolen, aber vieleicht auch aus den von der UdSSR annektierten östlichen Landesteilen Vorkriegspolens. Hinzu kamen möglicherweise einige der 53.000 Ukrainer, die im Rahmen der Aktion Weichsel aus dem Südosten Polens zwangsumgesiedelt wurden.

    1945 wurde Hinterpommern unter vorläufige polnische Verwaltung gestellt, de facto aber administrativ dem polnischen Staat eingegliedert:

    Bereits am 5. Februar 1945 gab Boleslaw Bierut als Ministerpräsident der Provisorischen Regierung der Polnischen Republik in einer Presseerklärung bekannt, daß Polen die Zivilverwaltung in den Reichsgebieten östlich der Oder-Neiße-Linie übernommen habe. Faktisch lag zu dieser Zeit die Befehlsgewalt über die deutschen Ostprovinzen, soweit sie bis dahin schon von der Roten Armee erobert waren, bei der sowjetischen Armeeführung, aber aus der Erklärung Bieruts wird deutlich, daß der von der Sowjet-Union allein anerkannten polnischen Regierung bereits im Februar 1945 prinzipiell die Verwaltungshoheit über die deutschen Ostgebiete durch die sowjetische Regierung eingeräumt wurde.

    Polnische Verwaltung

    Damit gehörte Bischofthum (polnisch: Biskupice) seit Februar 1945 administrativ zu Polen (polnisch: Polska), Woiwodschaft Köslin (Koszalin), Landkreis Neustettin (powiat szczecinecki)

    Nach ca. 640 Jahren endete die deutsche Geschichte von Bischofthum.

  • Polnisches Propagandaplakat: Wir säubern Polen vom Faschismus
    Quelle: Deutsche und Polen 1945

    Im Februar 1946 wurden unter polnischer Verwaltung alle Bischofthumer ausgewiesen.

    Im Sparseebrief 10 vom Dezember 2009, (Herausgeber Jens Laschewski, Schwerin) wird über die erste Zeit nach dem Krieg berichtet:

    Unmittelbar nach dem Krieg wurde die polnische Gmina (Gemeinde) Spore (Sparsee) gebildet, zu der neben dem Dorf Sparsee die Dörfer Bischofthum, Briesen, Drensch, Grumsdorf, Klein Dallenthin, Kasimirshof, Linow, Neugönne, Stepen, Wurchow und Sassenburg gehörten. Die deutsche Bevölkerung in diesen Orten betrug am 18.04.1945 insgesamt ca. 1.400, was bei einer Vorkriegsbevölkerung von etwa 4.645 ca. 30 % entspricht. Im Zeitraum 23.06.1945 bis 14.08.1945 lag sie bei etwa 1.850. Bis zum 12.12.1945 hatte sie sich auf ca. 2.500 vergrößert, was etwa 54 % der Vorkriegsbevölkerung ausmacht.

    Ab 1946 begannen die Ausweisungen. Im Zeitraum 19.02.1946 bis 19.03.1946 wurden etwa 400 Deutsche ausgewiesen und um den 15.04.1946 noch einmal ca. 250. Ende April 1946 wurden ca. 750 Deutsche ausgewiesen und um den 20.05.1946 etwa weitere 550 Deutsche. Um den 03.06.1946 verminderte sich die deutsche Bevölkerung noch einmal um etwa 200 Personen, so dass in den oben benannten Dörfern ab dem Juni 1946 noch insgesamt etwa 350 Deutsche lebten. Bis zum Ende des Jahres 1949 hatte sich diese Zahl auf ca. 80 reduziert.

    Dass Polen um eine funktionierende Verwaltung bemüht war, sehen wir aus den folgenden Vermerken der Gemeinde Spore:

    Protokoll der Schulzenversammlung vom 12. Mai 1945. (Namen der Schulzen mit dem Geburtsdatum):

    Bischofthum
    Frieda Anders (08.12.1920)
    Briesen
    Gustav Schewe (15.11.1887)
    Drensch
    Karl Holz (13.03.1889)
    Kasimirshof
    Paul Kuchenbecker (18.11.1886)
    Neugönne
    August Becker (05.08.1901)
    Sparsee
    Heinrich Schulz (12.05.1880)

    Für den Landrat des Kreises Szczecinek, 5. Juni 1945 Schulzen/Gemeindevorsteher und ihrer Stellvertreter (Unterstrichen: die polnischen Schulzen):

    Bischofthum (mit Lübschenhof)
    Frieda Anders
    Briesen (mit Guntersberg)
    Gustav Schewe
    Drensch (mit Wuhrmühle)
    Stanisław Oskwarek, Karl Holz
    Kl. Dallenthin (mit Replin, Henriettenthal, Eichbrink)
    Paul Hübner, Fritz Hensel
    Kasimirshof
    Franciszek Józefiak, Paul Kuchenbecker
    Neugönne (mit Karlsberg, Schmaunzfelde)
    August Becker
    Sparsee (mit Steinforth)
    Zygmunt Sala, Heinrich Schulz
    Stepen (mit Stepener Mühle, Schönwalde, Rosenhof, Diekberg, Phillipshütte)
    Bernhard Zickuhr
    Sassenburg (mit Jugendherberge Wuhrberg)
    Antoni Kosiński, Max Kuchenbecker

    Sparseebrief 10

    1945 war Bischofthum also ein Ort in der Gemeinde Sparsee (Gmina Spore) in Polen (polnisch: Polska), Verwaltungsbezirk Köslin (Woiwodschaft Koszalin), Landkreis Neustettin (Powiat Szczecinecki).

  • Preußen wurde durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 aufgelöst:

    Artikel I.

    Der Staat Preußen, seine Zentralregierung und alle nachgeordneten Behörden werden hiermit aufgelöst.

    Artikel II.

    Die Gebiete, die ein Teil des Staates Preußen waren und die gegenwärtig der Oberhoheit des Kontrollrats unterstehen, sollen die Rechtsstellung von Ländern erhalten oder Ländern einverleibt werden.

  • Zum Ende der 80er Jahre brach im Rahmen der sozio-politischen Veränderungen in Polen die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) zusammen, die die landwirtschaftlichen Flächen von Bischofthum (Biskupice) bestellt hatte.

  • Seit 1995 wird Biskupice Polska, Województwo Zachodniopomorskie (Woiwodschaft Westpommern), Powiat Szczecinecki (Landkreis Neustettin) zugeordnet.

  • Kuchenbeckers in Polen 1998

    Kürzel
    Powiat (Landkreis)
    Anzahl
    By
    Bydgoskie
    15
    Cz
    Częstochowskie
    5
    El
    Elbląskie
    11
    Ra
    Radomskie
    1
    Sz
    Szczecińskie
    1
    ZG
    Zielonogórskie
    6
     
    Summe
    39

    Dr. Detlef Pagel Gebrauchsanweisung für eine polnische Website zur Namensforschung in Polen (nur noch im Webarchiv verfügbar)
    Serwis heraldyczny-genealogiczny

  • Zum 01.01.1999 wurde in Polen eine Verwaltungsreform durchgeführt, bei der die früheren 49 Wojewodschaften in nur noch 16 zusammengefasst wurden. Neben den bisher existierenden Selbstverwaltungsorganen — den Gemeinden (gminy), wurden zwei weitere Selbstverwaltungsorgane eingeführt: die Kreise (powiaty) und die Wojewodschaften (województwo).

    Westpommern (województwo zacho-dnio-pomorskie) ist eine der neuen Wojewodschaften und umfasst im Wesentlichen die früheren Wojewodschaften Stettin und Köslin.

    Renate Gorka Verwaltung in Polen (nur noch im Webarchiv verfügbar)

     

    Die Wojwodschaft Westpommern wird in 18 Landkreise eingeteilt. Zu den Landkreisen zählt der powiat Szczecinecki (Neustettin), in dem Bischofthum (Biskupice) liegt.

    Der powiat Szczecinecki umfasst insgesamt sechs Gemeinden: die Stadtgemeinde (Szczecinek [Neustettin]), drei Stadt- und Landgemeinden (Barwice [Bärwalde], Biały Bór [Baldenburg]) und zwei Landgemeinden (Grzmiąca [Gramenz], Szczecinek-Gmina [Neustettin-Land]).

     

    Bischofthum (Biskupice) ist einer von 17 Ortsteilen von Baldenburg (Biały Bór). Zu den übrigen zur Gmina Biały Bór gehörenden Ortschaften zählen u.a. Abbau Bischofthum (Biskupice-Kolonia und, obwohl nicht mehr bewohnt, Lübschenhof (Lubiez).