Ihre Speisen

In der Regel war die Ernährung der Bauern einfach und einseitig. Die Nahrung der Bauern bestand im Wesentlichen aus den Lebensmitteln, die sie selbst produzierten. Die Ernte aus den eigenen Gärten wie Kohl, Rüben, Zwiebeln, Lauch und Hülsenfrüchte stellte einen großen Teil ihrer täglichen Nahrung dar. Milchprodukte, Fleisch, Eier, Kohl, Rüben, Hülsenfrüchte und Getreide (Roggen und Gerste) zählten ebenfalls zu den Lebensmitteln, die verzehrt wurden. Das Getreide wurde zu Brot verbacken, häufiger war jedoch zunächst die Verarbeitung der diversen Getreidesorten zu einem eingedickten, zähflüssigen Brei, insbesondere wenn kein Backofen zur Verfügung stand. Die Sorte Brot, die das einfache Volk sich leisten konnte, bestand aus unterschiedlichen grob vermahlenen Mehlsorten mit Beimischungen von z.B. Kleie, Sand, Hafer, Bucheckern, Eicheln. Feiner gemahlenes Getreide und Weizenbrot konnten sich nur besser gestellte Leute leisten.

Obst wurde generell nicht roh gegessen, sondern mit Essig und Gewürzen zerkocht, weil rohes Obst als ungesund galt. Honig war als Süßungsmittel für jedermann greifbar, denn es war einfach und nicht teuer, selbst ein paar Bienenstöcke zu halten. Zucker konnten sich Bauern noch sehr lange Zeit nicht leisten.

Beim Fleisch kam es darauf an, welche Zeit im Jahr es gerade war. Direkt nach der Schlachtung konnte ein Bauer mit seiner Familie lange Zeit von einem einzigen Schwein leben. Bis zum Kopf, den Füßen und dem Schmalz wurde alles verwendet. Besonders Speck, Lunge, Niere und Würste waren das Fleisch für die Armen. Auch Schaf- und Ziegenfleisch war für Bauern zugänglich, aber kaum Geflügel und Wild, denn das war wieder für Hochadel und Geistliche reserviert.

Das einfache Volk würzte mit einheimischen Kräutern wie Petersilie, Minze, Dill, Anis und Kümmel. Importgewürze konnten sich nur die hohen Stände leisten.

Bei den Getränken kamen bei den Bauern vor allem Wasser, Molke, Bier, Obstwein und Met auf den Tisch. Das Wasser war normalerweise alleine nicht genießbar und wurde deshalb oft mit Obstsaft und dünnem Wein vermischt. Der Wein war im Gegensatz zu dem des Adels sauer und von schlechter Qualität.

Die Ernährung der einfachen Leute

Die meisten Bauersfrauen hatten den ganzen Tag einen Kessel über dem Feuer in ihrem Haus hängen, in dem eine Art dicker Eintopf vor sich hin kochte. Die Hauptzutat zu dieser Suppe war Roggen. Dieser Eintopf wurde immer wieder mit Gemüse und Kräutern aus dem Garten ergänzt. Geleert oder gereinigt wurde der Topf so gut wie nie.

Roggen wurde morgens, mittags und abends zum Essen gebraucht, der Roggen wurde auf den Mahlsteinen mit einem Handstein gerieben bis ein mehlartiges Schrot entstand, welches zum Backen von Brot und zum Kochen von Suppe verwendet wurde. Als die Kartoffeln noch unbekannt war, gab es morgens Schrotsuppe in Wasser mit etwas Schaffleisch gekocht. Wenn Milch vorhanden war, gab es Schrotsuppe in Milch ohne Fleischbrocken, dazu ein Stück Röstbrot. Mittags gab es in Roggenschrotsuppe mit Wasser oder Milch gekochte Fische bzw. mit Gänse- oder Entenfleisch und einen Pudding von Buchweizenschrot und abends gab es dasselbe mit einem Stück Röstbrot. Das Räuchern von Fischen, Fleisch und Wassergeflügel wurde seit Jahrhunderten betrieben und diente der Vorratswirtschaft.

Chronik Reetzow