6. Jahrhundert

Die westlich der Oder (im Südosten des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns und im Norden des heutigen Brandenburg) siedelnden Slawen wurden Wilzen (Liutitzen) genannt, die auf der Insel Rügen und dem gegenüberliegenden Festland siedelnden Ranen, die östlich der Oder Pomoranen, die am Meer wohnen. Letztere nannten ihr Land Pomorje (Küstenland). Die weiter südlich im Inland sesshaft gewordenen Slawen nannte man Polanen, die im Feld wohnen. An den Namen der Bewohner sind bereits die späteren Ländernamen wie Pommern und Polen zu erkennen.

Andere Quellen vermuten die Ansiedlung der Slawen an der unteren Oder seit dem 7. Jahrhundert.

Wieder andere Quellen behaupten:

Die Pomoranen sind westslawische Volksstämme, die sich seit dem 1. Jh. n. Chr an der Ostseeküste westlich von Danzig auszubreiten begannen.

Uni-Protokolle Pomoranen
Wikipedia Pomoranen

Die Slawen waren Ackerbauern, Viehzüchter, Fischer und Wildbienenzüchter. Sie bauten ihre Häuser als ebenerdige Blockhütten aus Holz. Spinnen, Weben, Töpferei, Schmiedearbeiten sowie Geweih- und Knochenarbeiten gehörten zum Handwerk. Die Siedlungen waren als regellose Haufendörfer angelegt, waren gewöhnlich unbefestigt und lagen an den Rändern von Niederungen, stets in Wassernähe.
Mehrere Siedlungen bildeten eine Siedlungskammer und mehrere solcher einen Stamm. Die Stammesgebiete waren oft durch Grenzwälder voneinander getrennt.

Barnim Slawen (nur noch im Archiv verfügbar)

Dort, wo zwischen Oder und Weichsel sowie zwischen Ostsee und Netze, noch eine restgermanische Besiedlung vorhanden war, vermischten sich die eingewanderten Slawen mit den noch vorhandenen germanischen Stämmen.

Das Wort Slawen soll gotischen Ursprungs sein und Schweigende heißen, denn die noch ansässigen Goten konnten sich mit einwandernden Slawen wegen ihrer unterschiedlichen Sprachen nur schweigend verständigen.

Andererseits könnte der Name Slawe auf einer Selbstbezeichnung beruhen. Die Slawen = Slŏvéni wollten die Leute des Worts, die Beredten sein [vgl. slóvo (Wort)], im Unterschied zu den némec (Stummen), den der Sprache nicht mächtigen Fremden, mit denen man nicht reden konnte.

Auf Polnisch ist der Deutsche der Niemiec, der Stumme.

Wikipedia Nemez