Gehöft Ida Kuchenbecker

Grundstück Nr. 31
Bude Nr. 1 (1a+1b)
Grundbuch-Blatt Nr. 31
Bude Nr. 1a
Ortsteil-Nummer …

Das Gehöft Nr. 31 existiert nicht mehr.

 
Erwerb
Besitzer / Eigentümer
Bemerkung
1791
Domänenfiskus
Trockenlegung
 
David Kockenbecker
Bude Nr. 1
23.08.1817
David Wilhelm Kuchenbecker
Erbteil Bude Nr. 1a
02.02.1837
David Wilhelm Kuchenbecker
Kauf des Dorfstraßenflecks (312 m²)
15.05.1854
Friedrich Wilhelm Kuchenbecker
⚭ Ernestine Thom
† 16.04.1891
vor 1886
August Karl Hermann Glashagen
⚭ Bertha Raddatz
Erbe der Bude 1b
10.12.1890
 
Kauf der Bude 1a (Hoflage und Wiesen)
30.04.1891
Witwe Ernestine Kuchenbecker, geb. Thom
Erbin
22.07.1891
Schmiedemeister Carl Kuchenbecker
⚭ Mathilde Wilhelmine Laurette Gehrke
Kauf
26.03.1913
Paul Georg Friedrich Kuchenbecker
⚭ Ida Wilhelmine Amalie, geb. Lünser
Kauf
11.08.1922
Ida Wilhelmine Amalie Kuchenbecker, geb. Lünser
Erbengemeinschaft mit den Kindern
Anmerkung

Die Bude Nr. 1 wurde 1817 geteilt. Die Hälften erhielten die Bezeichnungen 1a + 1b. Der Besitzer der Bude Nr. 1a, Friedrich Wilhelm Kuchenbecker, erwarb 1837 einen Dorfstraßenflecken und errichtete dort einen Bauernhof, Gehöft Nr. 31. Dokumente für den Bau der Hofgebäude liegen nicht vor.

Das Grundstück Nr. 31 wurde vermutlich im Zusammenhang mit der Grundwasserabsenkung gewonnen, die sich infolge der 1778-1784 durchgeführten Absenkung des Vilmsees bei Neustettin um ca. 2,70 m ergab. Eine weitere Folge war die Trockenlegung von Sümpfen und Bruchwäldern in Bischofthum und die Verlegung der Dorfstraße vom Hang des Essberges in die Niederung. Die gewonnenen Bauplätze konnten im Rahmen der Dorfstraßenregulierung 1835 zum Verkauf angeboten werden.

Der Besitzer der Bude Nr. 1b, August Karl Hermann Glashagen, erwarb 1890 die Bude Nr. 1a und verkaufte 1912 das Grundstück an Theodor Hermann Gollnick. Zuvor hatte er benachbart einen neuen Bauernhof errichtet.

Das Grundstück Nr. 18 Bischofthum, die sogenannte Leinstraße (Leinstelle) von 1 Morgen 40 QR lag bei der alten Schmiede und wurde später der Garten des Grundstücks Nr. 31, wie die Zeitzeugin Margarete Wurch berichtete.

Margarete Wurch

Auch die letzte deutsche Besitzerin, Ida Kuchenbecker, und die Lage ihres Grundstücks Nr. 31 wurden von Zeitzeugen bestätigt. Die geringe Größe des Grundstücks ließ nur eine Grenzbebauung zum Grundstück Wurch zu. Pferdegespanne konnten auf dem Grundstück nicht wenden, sie mussten rückwärts auf den Hof fahren.

Margarete Wurch

  • David Wilhelm Kuchenbecker

    In der Erbauseinandersetzung des verstorbenen David Wilhelm Kuchenbecker am 22.08.1817 wurde die Bude Nr. 1 seinen Söhnen Johann Friedrich und David Wilhelm Kuchenbecker je zur Hälfte als Eigentum überlassen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817+08+23

    In dem Protokoll des Erbvergleichs wurden die weiteren Kinder des Erblassers David Kuchenbecker genannt:

    Der minderjährige Carl Friedrich Kuchenbecker und Anna Sophia Kuchenbecker geb. Kuchenbecker aus Gust, Witwe des verstorbenen Michael Friedrich Kuchenbecker. Beide erhielten je 48 rt als ihren Erbanteil sowie Teile des mobilen Nachlasses.

    Entsprechend dem Erbvergleich lautet der erste Eintrag im Hypotheken­buch:

    Der Büdner David Wilhelm Kuchenbecker hat dieses Grundstück durch den über den Nachlaß seines Vaters des Büdners David Kuchenbecker mit seinen Geschwistern unterm 23. August 1817 abgeschlossenen und unterm 25. gd. m. et a. ausgefertigten Rezeß für die Summe von 96 Rthlr. im Erbgange acquiriert und ist für Besitzrecht auf seinen Antrag vom 18. Dcbr. 1827 ex decreto vom 16. August 1830 eingetragen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

  • Bei einem Termin am 18.12.1827 in Bublitz berichtete David Wilhelm Kuchenbecker vom Verkauf einer Hälfte der Bude Nr. 1 durch seinen Bruder Johann Friedrich Kuchenbecker:

    Der ergangenen Vorladung zufolge erscheint heute der Büdner David Wilhelm Kuchenbecker aus Bischofthum und giebt zu vernehmen.
    Durch anbei übergebenen Erbvergleich vom 23. August 1817 habe er und sein Bruder Johann Friedrich Kuchenbecker die in Bischofthum gelegene väterliche Bude jeder zur Hälfte erworben, sein Bruder habe seine Hälfte anderweit verkauft, so daß solche jezt von einem gewissen Glashagen besessen werde …
    Comparent trage an, sein Besitzrecht von der halben Bude einzutragen und ihm Recognition zu ertheilen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1827+12+18

  • Im Nachgang zur Dorfstraßenregulierung im Jahre 1835 veräußerte die Königl. Regierung zu Köslin am 2. Februar 1837 an den Büdner David Wilhelm Kuchenbecker 22 QR Fläche (312 m²) am Dorfsee und beschied dem Land- und Stadtgericht Bublitz, dass das Unikat- und Duplikat-Exemplar der Urkunde bereits gerichtlich vollzogen sei und forderte zur Besitztitelberichtigung auf. Gleichfalls wurde der Domänenfiskus als Vorbesitzer mit einem 44-jährigen Besitzstand benannt.

    Amtsgericht Bublitz I/72_1837+06+18
    Amtsgericht Bublitz I/72_1837+10+23

  • Büdner David Wilhelm Kuchenbecker wurde am 09.07.1838 zusammen mit Einwohner Friedrich Wilhelm Schlichting und Bauer Jacob Kuchenbecker zu einem Termin wegen der Berichtigung des Besitztitels geladen und …

    … zur Erklärung … darüber, ob für sie die von dem Fiscus erkauften Dorfstraßenflekken als für sich bestehende Grundstükke oder als Pertinenzien ihrer anderen Grundstükke im Hypothekenbuch verzeichnen lassen wollen, …

    Amtsgericht Bublitz I/72_1838+07+09

    Der genannte Jakob Kuchenbecker kann Johann Jacob Kuchenbecker (Grundstück Nr. 4) gewesen sein, wahrscheinlich war aber Jacob Friedrich Kuchenbecker (Grundstück Nr. 5) gemeint.

  • Der Büdner David Wilhelm Kuchenbecker starb am 25.01.1847 in Bischofthum, seine Ehefrau Marie Henriette Dally starb am 19.05.1850 in Bischofthum. Ihre beiden Kinder Wilhelmine Kuchenbecker, geboren am 4.10.1824, und Friedrich Wilhelm Kuchenbecker, geboren am 21.12.1829, waren in den Vormundschaftsakten als die einzigen Erben geführt.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1854+05+18

  • Friedrich Wilhelm Kuchenbecker

    Friedrich Wilhelm Kuchenbecker ist im Protokoll vom 21.05.1852 zum Auseinandersetzungs-Rezess bezüglich der Ablösung der bisherigen Abgaben unter dem Namen Wilhelm Friedrich Kuchenbecker als Besitzer der Bude Nr. 1a genannt.

    Amtsgericht Bublitz I/72_1852+05+21

  • Friedrich Wilhelm Kuchenbecker wird im zweiten Eintrag des Hypothekenbuchs in der Spalte Rubrica I, Titulus Possessionis, als Besitzer der Bude Nr. 1a vermerkt:

    … welcher dies Grundstück durch Vertrag vom 15. Mai 1854 für 100 Rthlr. (Einhundert Thaler) übernommen hat und ist der Besitztitel für ihn vi decreti vom 18. Mai 1854 berichtigt …

    Den Übereignungs-Vertrag vom 15. Mai 1854 schloss Friedrich Wilhelm Kuchenbecker mit seiner Schwester Wilhelmine Kuchenbecker ab, die gegen die Zahlung von 65 Talern und Überlassung eines Bettes alle Rechte und Pflichten an der Bude Nr. 1a auf ihn übertrug.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1854+05+15

  • Friedrich Wilhelm Kuchenbecker erwarb von den Eheleuten Jeschke 30 Morgen Acker (7,5 ha) und ließ diese seiner Bude zuschreiben:

    Durch Vertrag vom 27. April 1868 haben Besitzer von dem Bauerhofe No. 4 in Bischofthum 30 Morgen Acker (Parzelen No. 5 u. 6.) für 360 Rthlr. (dreihundertsechzig Thaler) gekauft und sind derselben hier vi decreti vom 1. Mai 1869 zugeschrieben.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

    Die Besitzer des im Hypothekenbuche unter Nr. 4 verzeichneten Bauern­hofes waren der Bauer Gottlieb Jeschke und dessen Ehefrau Wilhelmine Kuchenbecker. 360 Taler nebst Zinsen beträgt das im Hypothekenbuch für das Grundstück Nr. 4 eingetragenen und nun auf die Bude Nr. 1a übertra­genen Erbteils für die zu diesem Zeitpunkt noch minderjährige Hulda Mathilde Kuchenbecker.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1868+04+27

  • Eine Löschungsbewilligung für eine auf dem Grundstück Nr. 23 eingetragene Schuld unterschrieb Friedrich Wilhelm Kuchenbecker für seinen Curanden, den Dienstknecht Ludwig Kuchenbecker, wie nebenstehend abgebildet.

    Amtsgericht Bublitz I/82_1869+05+29

     
  • Das folgende Bild zeigt die Unterschriften von Friedrich Wilhelm Kuchenbecker und seiner Ehefrau Ernestine Tina Kuchenbecker geb. Thom, die dem Bauern Martin August Kuchenbecker zu Bischofthum eine Schuld von 300 Talern bestätigen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1873+02+19

    Dieses Darlehen über 300 Taler von Bauer Martin August Kuchenbecker wurde am 27.02.1873 in das Grundbuch eingetragen und als Pfand die Bude 1a und die zugeschriebenen 30 Morgen Acker.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

    Der Bauer Carl Dahlke aus Bischofthum, Vormund der Mathilde Kuchenbecker, verehelichte Stellmacher Dahms in Casimirshof, bestätigte den Empfang von 360 Talern nebst Zinsen aus dem Kaufvertrag vom 27. April 1868 und bewilligte die Löschung des Eintrags im Hypothekenbuche.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1873+02+26

    In der Gebäudesteuerrolle wurde die Büdnerstelle des Friedrich Kuchenbecker bestehend aus Wohnhaus mit ca. 3 Ar Hofraum u. Garten sowie mit Scheune und Stall beschrieben.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1873+03+17_Gebäudesteuerrolle

    Das Flurbuch verzeichnete folgende Flächen: im Hufenplan 7,71.80 ha Acker, im Dorfe 0,02.50 ha Hofraum und im Priesterbruch 0,26.00 ha Wiese.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1873+03+17_Flurbuch

  • In der Quittung und Löschungsbewilligung vom 19.11.1884 des Bauern Martin August Kuchenbecker wurde Friedrich Wilhelm Kuchenbecker als ⅙-Bauer bezeichnet.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1884+11+19

     
  • Am 03.04.1890 gab Friedrich Wilhelm Kuchenbecker im Beisein seiner Ehefrau sein Testament vor den Gerichtsdeputirten zu Protokoll:

    Ihre Ehe ist indeß kinderlos geblieben und ist auch nicht zu erwarten, daß ihnen jetzt noch jemals Kinder geboren werden sollten. Ihre beiderseitigen Eltern sind nicht mehr am Leben, sodaß pflichttheils berechtigte Verwandte nicht vorhanden sind. […]
    Ich, Friedrich Kuchenbecker, ernenne zur alleinigen Erbin meines dereinstigen Nachlasses meine geliebte Ehegattin Ernestine Kuchenbecker geb. Thom.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1890+04+03

    Am 10.12.1890 veräußerten die Eheleute Friedrich Wilhelm Kuchenbecker und Ernestine geb. Thom an den Büdner August Glashagen einen Teil ihrer Liegenschaften.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+02+17

    Zu diesem Zeitpunkt müssen die Hofgebäude auf dem Dorfstraßenflecken am See bereits bestanden haben.

  • In einer Handzeichnung vom 06.02.1891 zur Auflassung dieses Grund­stücks wurde das Grundbuchblatt genannt: Grundbuch Band II Blatt 31 Nr. 1.

    Amtsgericht Bublitz I/81_1891+02+06

    Der Grundbuchrichter Ehmke hatte sich am 17.02.1891 …

    … nach Bischofthum in die Wohnung des erkrankten Büdners Friedrich Wilhelm Kuchenbecker begeben, um daselbst die Auflassung der von den Büdner Friedrich Kuchenbeckerschen Eheleuten durch Vertrag vom 10ten December 1890 an den Büdner August Glashagen veräußerten beiden Wiesen- und Hoflage entgegen zu nehmen.

    Dabei handelte es sich um den Hofraum im Dorfe mit Gebäuden, 0,02.50 ha, eine Wiese im Priesterbruch, 0,26.00 ha und eine Weide und Wiese im Freibruch, 0,61.30 ha. Diese Parzellen wurden der Bude Nr. 1a ab- und der Bude Nr. 1b zugeschrieben.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+02+17

    August Glashagen hatte laut Kaufvertrag vom 06.02.1891 von den Friedrich Kuchenbecker­schen Eheleuten einige Parzellen erworben und bemängelt, dass diese Parzellen zu Unrecht dem Grundstück Nr. 5 zugeschrieben worden seien.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+02+06

    Der am 21. Dezember 1829 in Bischofthum geborene Sechstelbauer Friedrich Wilhelm Kuchenbecker starb am 16. April 1891 im Alter von 61 Jahren an Wassersucht in Bischofthum.

    Die Testaments-Verkündigung vor dem Amtsgericht Bublitz erfolgte am 30. April 1891.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+04+30

  • Ernestine Tina Thom

    Der nächste Eintrag im Hypothekenbuch galt der Witwe Ernestine Kuchenbecker geb. Thom, die die Bude Nr. 1a aufgrund des Testaments vom 3. April 1890 übernahm, verkündet am 30. April 1891, eingetragen am 22. Juli 1891.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

    Am 11.02.1891 verhandelten vor dem Amtsrichter Ehmke in Bublitz der Halbbauer Theodor Kuchenbecker aus Bischofthum Abbau und der Büdner August Glashagen aus Bischofthum über die Zugehörigkeit einiger Parzellen.

    Im allseitigen Einverständnis wurde an der Hand der Karten festgestellt, daß die bezeichneten Parzellen Bestandtheil der Bude Nr. 1a sind, und willigt Theodor Kuchenbecker in die Berichtigung des Grundbuchs.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+02+11

  • Carl Kuchenbecker

    Am 8. Juli 1891 erwarb der Büdner und Schmied Carl Kuchenbecker von der Büdnerwitwe Kuchenbecker den …

    … ihr nach aufgenommenen gerichtlichen Testamente eigen gehörigen Ackerplan in dem Beackerungszustande und in den Grenzmalen, wie er heute liegt, …

    Amtsgericht Bublitz I/74_1891+07+15

    Nach Witwe Ernestine Kuchenbecker geb. Thom ist im Grundbuch der Schmiedemeister Carl Kuchenbecker in Bischofthum aufgrund der Auflassung vom 22. Juli 1891 als Besitzer eingetragen.

    Ernestine Kuchenbecker geb. Thom hatte also 1891 sowohl die zur Bude Nr. 1a gehörenden Gebäude und Wiesen an den Büdner August Glashagen wie auch das Grundstück Nr. 31 an den Schmied Carl Kuchenbecker verkauft.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

     
  • In einem Schreiben vom 30. Aug 1897 das Königl. Amtsgericht zu Bublitz fordert Ernestine Kuchenbecker geb. Thom eine Kopie des Kaufvertrages mit Carl Kuchenbecker an und bemerkt ihre Wiederverehelichung mit dem Büdner Carl Reske.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1897+08+30

     
  • Am 28.08.1907 wurde eine Restkaufschuld von 4.900 Mark in das Grundbuch für den Schmiedemeister Karl Kuchenbecker und dessen Ehefrau eingetragen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1817-1891

  • Paul Georg Friedrich Kuchenbecker

    Der letzte Eintrag im Grundbuch galt dem Landwirt Paul Kuchenbecker zu Bischofthum und dessen Ehefrau Ida geb. Lünser als Miteigentümer je zur Hälfte, aufgelassen am 28. August 1907 und an demselben Tag in das Grundbuch eingetragen.

    Paul Georg Friedrich Kuchenbecker wurde am 27.01.1878 geboren. Ida Wilhelmine Amalie Lünser wurde am 29.09.1885 geboren. Sie heirateten am 07.04.1906 vermutlich in Kasimirshof. Ihre Kinder waren:

    1. Erich Kuchenbecker, geboren am 21.11.1907, gestorben am 06.09.1982, 1943 verheiratet mit Elisabeth Prochnow, geboren am 24.09.1919, gestorben am 10.11.1995.
    2. Ella Charlotte Kuchenbecker, geboren am 03.09.1906, gestorben am 23.08.1999, verehelicht am 25. Mai 1928 mit Wilhelm August Karl Wendt. Wilhelm August Karl Wendt war von 1926 bis 1928 Lehrer in Bischofthum.
    3. Ilse Elfriede Marie Kuchenbecker, geboren am29.10.1910, gestorben am 19.11.1969, Heirat am 27. Mai 1936 mit Otto Hermann Wedel.
    4. Gerda Kuchenbecker, geboren am 04.07.1920.

    Erich Kuchenbecker und Elisabeth geb. Prochnow hatten zwei Söhne:

    1. Hans Jürgen, geboren am 08.09.1943, verheiratet mit Elke Schlenker, geboren am 23.09.1946, Kinder Gabriele, Jan, Anke.
    2. Ulrich, geboren am 08.11.1950, heiratete Magdalene Lehmann, Töchter Diana und Tanja.

    Am 19.02.1913 erwarben Paul und Ida Kuchenbecker vom Ehepaar Lünser, den Besitzern des ehemaligen Schulzenhofes, 7,19.32 ha Acker.

    Amtsgericht Bublitz I/75_1913+02+04

    Damit betrug die gesamte landwirtschaftliche Fläche ca. 15 ha.

    Paul Georg Friedrich Kuchenbecker starb am 11. August 1922. Der Hof fiel an seine Ehefrau.

  • Ida Kuchenbecker geb. Lünser

    Ab dem 11.08.1922 bewirtschaftete Ida Wilhelmine Amalie Kuchenbecker geb. Lünser den Hof zusammen mit ihren 3 Töchtern und Sohn Erich, geboren am 21.11.1907. Erich diente seit 1943 beim Militär und wurde 1949 aus der Gefangenschaft nach Helmstedt entlassen. Ida Wilhelmine Amalie Lünser wurde am 29.09.1885 in Sassenburg geboren und starb am 26.12.1972 in Lübbecke.

    Detlef Gollnick

  • Am 14. Juni 1934 erklärte die Witwe Ida Kuchenbecker geb. Lünser aus Bischofthum, dass ich hinsichtlich der Hälfte meines verstorbenen Mannes und ungeteilter Erbengemeinschaft mit meinen Kindern lebe und dass sie sich möglichst bald mit ihren Kindern auseinandersetzen wolle.

    Die Witwe Ida Kuchenbecker geb. Lünser aus Bischofthum erklärte am 14.06.1934:

    Im Grundbuche von Bischofthum Blatt 1a, 94, 100 und Bischofthum Bude Bl. 4 bin ich mit meinem Ehemann Richard Kuchenbecker als Miteigentümer je zur ideellen Hälfte eingetragen. Mein Mann ist vor etwa 12 Jahren gestorben, ohne ein Testament hinterlassen zu haben. Wir haben auch nach dem Grundstückserwerb keinen …vertrag geschlossen. Aus unsere Ehe sind 4 Kinder hervorgegangen, 3 Mädchen und 1 Junge.
    Letzterer ist 25 Jahre alt. Ich bin darauf hingewiesen, daß z. Zt. der Hof als Erbhof nicht in Frage kommt da ich hinsichtlich der Hälfte meines verstorbenen Mannes und ungeteilter Erbengemeinschaft mit meinen Kindern lebe. Ich werde … mich möglichst bald mit meinen Kindern auseinandersetzen.

    Amtsgericht Bublitz I/74_1934+06+14

    In der Grundsteuermutterrolle waren noch am 17.11.1934 als Eigentümer der Bude Nr. 1a mit 7,71.80 ha Acker im Hufenplan der Landwirt Paul Kuchenbecker und Ehefrau Ida geb. Lünser belegt.

    Im Dorf befanden sich Wohnhaus, Stall, Stallscheune, dort wurden zuletzt 2 Pferde, 8 Rinder, 20 Schweine, 25 Hühner, 3 Gänse, 15 Enten gehalten, die vorhandenen Maschinen waren ein Dreschsatz und ein Selbstbinder.

    Blick über den Dorfsee auf den Hof
    Tochter Gerda, Mutter Ida, Sohn Erich
  • Eroberung und Besetzung des Dorfes durch sowjetische Truppen, Beschlagnahme der Gehöfte und Vertreibung der deutschen Bevölkerung durch die Polen.

    Über die Flucht und Vertreibung wird ausführlich im Buch Geschichte von Bischofthum berichtet.

    Gemeinsam mit der Familie Lünser zogen im Februar 1946 Ida Wilhelmine Amalie Kuchenbecker geb. Lünser und ihre Tochter Gerda nach Lübbecke, Westfalen.

  • Ida Kuchenbecker geb. Lünser lebte 1967 nach einem Bericht der Pommernzeitung in 4996 Holzhausen 246, Kreis Lübbecke, und starb dort am 26.12.1972.