Kuchenbecker-Wappen

Das Wappen der Anna Kuchenbecker besteht im Wesentlichen aus zwei durchbrochenen ineinandergeschobenen Dreiecken, einem Hexagramm, auch Sechsstern, dem unechten Drudenfuß.

Siebmachers Wappenbuch (1890)

Das Hexagramm im Kuchenbecker-Wappen kann folgende Bedeutungen haben:

  • als Zeichen der Alchemie symbolisierte es die Elemente Feuer und Wasser
  • es war als Abwehrzeichen gegen Dämonen und Feuer gedacht.
  • als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer und als Kennzeichen der Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei wird es Brauerstern genannt. Sowohl die Schadensabwehr als auch die Zutaten beim Bierbrauen können symbolisch dargestellt sein. Der Brauerstern ist vor allem in Südwestdeutschland verbreitet. Als Element in Wirtshausschildern (Gaststättenausleger) findet man ihn noch heute vielfach in Franken und der Oberpfalz aber auch in anderen Regionen Deutschlands. Oft war das Zeichen mit der Braugerechtigkeit verbunden, das heißt, mit dem Recht Bier zu brauen.

Die Verbindung von Backen und Brauen zeigt sich nicht nur im Kuchenbecker-Wappen. Backen und Brauen gehörten zur täglichen Arbeit der Frauen, insbesondere auf dem Lande. Backtag und Brautag fanden hintereinander an derselben Feuerstelle statt. Die durch den Backprozess freigesetzten, in der Luft schwirrenden Hefen konnten bei der Bierherstellung den Gärungsprozess rasch in Gang setzen.
Auch als sich die Handwerkszweige entwickelten, gehörten Backen und Brauen eng zusammen. Bäcker und Brauer waren oft gemeinsam in Zünften organisiert — viele Bäcker brauten sogar selbst. Ich gewinn euch pier und prot, davon werden die wenglein rot! warb ein brauender Bäcker. Selbst Grimms Märchen geben Zeugnis von dem Ablauf: Rumpelstilzchen hüpft ums Feuer und singt: Heute back ich, morgen brau ich ….

Wappenbeschreibung
2. S. durchbrochene ineinandergeschobene Dreiecke (unächter Drudenfuss) in R.
Schildbeschreibung
zwei ineinandergeschlungene silberne Dreieckformen auf rotem Grund
(in der schwarz-weißen Darstellung stehen die senkrechten Linien für rot und für den
Planeten Mars sowie für standhaft, mutig, Verdienste um das Vaterland erworben)
Helmzier
Die Dreiecke des Schildes zwischen einem roten und einem silbernen Flügel.

Das dritte Bild zeigt vermutlich das Wappen des Reichsfreiherrn Karl Heinrich von Kuchenbecker, das ihm bei seiner Nobilitierung verliehen wurde. Dr. phil. nat. Karl Kuchenbecker hielt nämlich Folgendes fest: Maßgebend für diese Nobilitierung waren seine diplomatischen Verdienste im Zuge der schwierigen Verhandlungen bei den Auseinandersetzungen zwischen Österreich-Sachsen und Preußen.

Die Heraldik ließ auf dem Schild wegen der guten Erkennbarkeit auf große Entfernungen nur reine Farben zu, nämlich rot, gold, blau, schwarz, grün und silber. Die Farben auf dem Kuchenbecker-Wappen sind gold und grün.

  • Grün steht für Freiheit, Schönheit, Freude, Gesundheit, Hoffnung.
  • Gold bezeichnet eine verständnis- und respektvolle, tugendhafte und majestätische Person, die auch großzügig sein kann.

Die weiteren Elemente bedeuten m.E. Folgendes:

  • Die Brezel ist das Zunftzeichen der Bäcker.
  • Die Speerspitzen symbolisieren Geschicklichkeit und Gewandtheit der Person.
  • Der Zylinder bezeichnet einen bürgerlichen Herrn.
  • Die Helmzier, das Gehörn mit Speerspitzen, meint den diplomatischen Kämpfer.